Zur Stärkung der Lehre in Österreich

Zur Stärkung der Lehre in Österreich

Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer, z.l.ö.-Generalsekretär Mario Derntl, B.A.; Director Marketing and Communications der FACC AG Mag. Andreas Perotti; Generaldirektor Energie AG Oberösterreich und Präsident z.l.ö. Prof. KR Ing. DDr. Werner Steinecker; Bundesspartenobfrau Gewerbe & Handwerk KommR Ing. Renate Scheichelbauer-Schuster und Niederlassungsleiter von Siemens Oberösterreich Dr. Josef Kinast

Seit über zwei Jahren setzt sich die unabhängige und branchenübergreifende Initiative z.l.ö. – zukunft.lehre.österreich. dafür ein, den Stellenwert der Lehre als Fundament der Wirtschaft wieder in Erinnerung zu rufen. Zahlreiche Unternehmen – darunter auch die Energie AG, KTM, FACC und knapp 50 weitere namenhafte Betriebe – haben sich zusammengetan, um gemeinsam neue Wege zu bestreiten und bestehende Initiativen und Interessensvertretungen zu unterstützen. „Mit der Gründung des Alumni-Klubs haben wir nun zudem eine Plattform für jeden, der die Lehre unterstützen möchte, geschaffen. Das Ziel dieser Bewegung ist es, 1.000 Gesichter für die Lehre zu mobilisieren und so der Bevölkerung eine unüberhörbare Stimme zur Unterstützung der Lehre zu geben“, betont DDr. Werner Steinecker, Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich und z.l.ö.-Präsident.

Erste Bilanz nach zwei Jahren

Der drohende Fachkräftemangel stellt eine der größten Herausforderungen für den Wirtschafsstandort Österreich dar. Die Zahlen der Vergangenheit sprechen für sich: Gingen 1980 noch knapp 200.000 Jugendliche einer Lehre nach, sind es heute nur mehr knapp über 100.000. z.l.ö. setzt sich als unabhängige und branchenübergreifende Initiative dafür ein, diesem Trend entgegenzusteuern. Dazu bedarf es einer besseren Aufklärung über die Vorteile der Lehre und damit einhergehend einer deutlichen Imagesteigerung. Aktuelle Statistiken und Medienberichte zeigen: Obwohl die Lehrlingszahlen in den vergangenen Jahren stark rückläufig waren, steigt die Anzahl der Lehrlinge nun wieder leicht an. „Im neuen Regierungsprogramm spricht sich auch die Politik für eine massive Aufwertung der Lehre aus. Das sind erfreuliche Nachrichten und wir fühlen uns in unseren Forderungen bestätigt – dennoch sind wir noch lange nicht am Ziel. Die Regierung strebt in Zukunft an, Ausbildungserfolge verstärkt vor den Vorhang zu holen. Wir als z.l.ö. setzen diesen Anspruch bereits jetzt in die Praxis um“, betont DDr. Werner Steinecker, der die Initiative Anfang 2018 ins Leben rief.

Fachkräftemangel in allen Branchen

Viele Branchen suchen schon jetzt händeringend nach Lehrlingen. Diese bedenkliche Entwicklung wird von Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer bestätigt: „Bereits heute spüren knapp 2/3 der österreichischen Unternehmen den Fachkräftemangel ‚sehr stark‘ oder ‚stark‘. 61,1 % hatten im letzten Jahr Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern mit einem Lehrabschluss. Und das obwohl die vorliegende Analyse zeigt, dass die Lebenseinkommen von Lehrberufen im Vergleich zu einigen akademischen Berufen gleich hoch oder sogar höher ausfallen. So weist beispielsweise der Lehrberuf Systemtechniker mit 1,88 Mio. Euro ein höheres Lebenseinkommen auf, als der Beruf des Psychologen mit Universitätsausbildung (1,66 Mio. Euro). Das aktuelle Regierungsprogramm fordert daher eine Stärkung der Lehre, um die Chancen und Möglichkeiten, die diese berufliche Bildung bietet, in den Vordergrund zu rücken. Dies begrüßt auch Ing. Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk: „Handwerk und Gewerbe sind Lehrlingsausbildner Nummer eins in Österreich. Die Bundesregierung ist hier auf dem richtigen Weg! Jeder Jugendliche soll seinen Beruf nach den individuellen Talenten auswählen können!“ 

1.000 Gesichter für die Lehre – Gemeinsam Großes schaffen

Um das Vorhaben der Initiative weiterhin voranzubringen, bietet der neu gegründete Alumni- Klub „zukunft.lehre.alumni.“ allen ehemaligen Lehrlingen und jetzigen Fachkräften sowie Entscheidungsträgern eine Plattform und damit die Möglichkeit, sich einfach miteinander zu vernetzen. z.l.ö.- Generalsekretär Mario Derntl weist darauf hin, dass jeder, der die Lehre stärken will, herzlich willkommen ist, Ideen einzubringen – unabhängig davon, ob man selbst eine Lehre absolviert hat oder nicht: „Wir sind die einzige Plattform, welche die breite Bevölkerung aktiv dazu einlädt, mit ihren Ideen zur Verbesserung der Lehre beizutragen. Mit der Gründung unseres Alumni-Klubs rufen wir die Gesellschaft dazu auf, diese wesentliche Ausbildungsform zu unterstützen und den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Gemeinsam geben wir der Lehre nicht nur eine Stimme, sondern 1.000 Gesichter!“ Eine Mitgliedschaft bei zukunft.lehre.alumni. birgt viele Vorteile: von der Möglichkeit, an Mentoring-Programmen, Coachings und Weiterbildungen teilzunehmen, über die Nutzung exklusiver Angebote bis hin zur Unterstützung beim beruflichen Ein-, Um- und Ausstieg. Das Herz dieser Initiative sind die Lehrlings-Alumni. Ihre Erfolge sind es, die Jugendliche motivieren, die Zukunft mitzugestalten. Mag. Andreas Perotti, Director Marketing and Communications der FACC AG, weiß über die Gefahr des drohenden Fachkräftemangels für den Industriestandort Österreich Bescheid: „Wir bilden die Spezialisten von morgen aus! Gerade deshalb sind wir ständig auf der Suche nach engagierten Jugendlichen, die in einer so vielfältigen und spannenden Zukunftsbranche tätig werden möchten.“ Dr. Josef Kinast, Niederlassungsleiter von Siemens Oberösterreich, ist sich der Relevanz dieser Ausbildungsform ebenfalls bewusst und fördert seit Jahrzehnten junge angehende Fachkräfte: „Wir unterstützen unsere Lehrlinge bestmöglich in ihrer Entwicklung, denn sie sind maßgeblich für unser aller Erfolg.“

Quelle: Astrid Rizner, MA Beraterin / ots  //  Fotocredit: 

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