Regionale Nahversorgung in schwierigen Zeiten

Regionale Nahversorgung in schwierigen Zeiten

OHLSDORF - Noch nie stand die regionale Versorgung mit Lebensmitteln so im Fokus wie während deraktuellen Corona-Krise

Lokal verfügbare Produkte durch die heimische Landwirtschaft haben einen neuen Stellenwert erhalten. In Ohlsdorf gibt es gleich acht Direktvermarkter, die die Möglichkeit eines sicheren Einkaufens in diesen unsicheren Zeiten direkt Ab Hof bieten. 

Die acht Direktvermarkter haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Kunden zu informieren und ihnen ehrliche Einblicke in ihre Betriebe zu bieten. Mit dem neu gegründeten Verein "Ohlsdorf Ab Hof" möchten die Bauern im Ort die Kommunikation zwischen den Landwirten und der Bevölkerung fördern. Über ihren gemeinsamen Blog schaffen sie eine digitale "Offene Hoftüre" und bieten ehrliche Einblicke in den Hofalltag. Auf www.ohlsdorf-abhof.at sieht man, wie ihre selbst erzeugten Produkte entstehen, man erhält Blicke hinter die Kulissen und findet Beiträge zu kontroversen landwirtschaftlichen Themen, die ihrer Meinung nach besser kommuniziert werden müssen. Außerdem werden Rezepte mit saisonalen bäuerlichen Produkten, Gastbeiträge mit Mehrwert und Interviews rund um das landwirtschaftliche Jahr geboten. 

"Wir möchten unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft mit Direktvermarktung den Menschen wieder greifbarer machen" sagt Obfrau Carina Pühringer. "Wir denken es ist wichtig, dass man sich wieder bewusster wird, wie viel landwirtschaftliche Arbeit hinter jedem Lebensmittel eigentlich steckt." Es gibt noch viele weitere Ideen, um einen Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen und Synergien zu nutzen, die Zusammenarbeit der Landwirte steht erst in den Startlöchern.

Für den Moment wurden aufgrund der aktuellen Situation zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um ihre Kunden bestmöglich bei einem sicheren Einkauf zu unterstützen: Es gibt Liefermöglichkeiten, vorab bestellte Ware kann fertig abgepackt abgeholt werden, kontaktloses Bezahlen ist großteils möglich und die Selbstbedienungsmöglichkeiten wurden ausgeweitet.

DIE BETRIEBE
Die Ohlsdorfer Direktvermarkter nehmen sich die Zeit, um zu informieren und Nähe zu schaffen, für die regionale Nahversorgung, für die Nachhaltigkeit und die Umwelt. Dafür haben sich gesamt acht Bauern zusammen getan. Gemüse & Öle, Getreideprodukte,Schweine- & Rindfleisch, Eier, Geflügel, Milch, Erdbeeren und Edelbrände - alles direkt vom Hof und das im kleinen Ohlsdorf. „Unser Ziel ist es, den Menschen unsere Höfe und Arbeitsweisen, sowie den Weg und die Herstellung unserer Produkte näher zu bringen.“ sagt Obfrau Stellvertreter Michael Kirchgatterer. Es soll damit den Menschen die
Entscheidungsgrundlage für den Griff zum heimischen, saisonalen Produkt geboten werden.

Alles vom Schwein – Fam. Reisenberger (Schweinefleisch & Wurstwaren) 
Der bäuerliche Familienbetrieb ist ein sehr innovativer Schweinemastbetrieb. Die Familie Reisenberger hat sich zum Ziel gesetzt, für ihre Kunden die Produktion von Schweinefleisch bis zum fertigen Lebensmittel transparent darzustellen. Das Getreide stammt ausschließlich von den eigenen Feldern, geschlachtet und zerlegt wird direkt am Hof. Alte Familienrezepte zum Einsuren und Wursten und die jahrelange Erfahrung garantieren beste Produkte rund um´s Schwein.

Biohof Gütl Adam – Fam. Reisenberger (Bio Bäckerei, Nudeln & Kartoffeln) 
Karin und Paul bauen auf ihrem biologisch geführten Betrieb alte, verträgliche Getreidesorten an und legen großen Wert auf eine nachhaltige, ressourcenschonende Arbeitsweise. Das Getreide wird von der Saat bis zur Mühle bei ihnen am Hof bearbeitet und in ihrer Bio-Bäckerei verarbeitet. Die Sauerteigbrote werden ganz ohne Hefe und Weizen hergestellt und auch Gebäck und Mehlspeisen gibt es in reiner Dinkelqualität. Des Weiteren
produzieren sie Kartoffeln und betreiben dank einer Kompostieranlage eine optimale Kreislaufwirtschaft. Durch den Selbstbedienungsladen können sie ihre Produkte fast rund
um die Uhr Ab Hof anbieten.

Erdbeercenter Emminger (Erdbeeren & Erdbeergin)
Martin betreibt zwei Erdbeerfelder zum Selberpflücken, eines davon in Ohlsdorf. Seit über 30 Jahren ist sein Erdbeercenter nicht mehr wegzudenken, wenn es sich in der Region um die beliebten roten Früchte dreht. Die Felder werden händisch gepflegt was u.a. bedeutet, sie drei Mal im Jahr per Hand zu jäten. Die Erntezeit bewegt sich je nach Witterung von Anfang/Mitte Juni bis Ende Juni/Anfang Juli.

Gemüse Kirchgatterer (Feld- & Fruchtgemüse, Kartoffeln & Öle)
Michael betreibt mit seiner Familie den auf Gemüseanbau spezialisierten Betrieb. Es werden 50 verschiedene Gemüsearten in über 100 Variationen produziert. Von Feldgemüse über Fruchtgemüse bis zu Feingemüse und Kartoffeln wird hier alles für die Direktvermarktung angebaut. Außerdem werden diverse Speiseöle direkt am Hof hergestellt. Auf 536 m Seehöhe ist Gemüseanbau gerade noch möglich, allerdings ändert sich Vieles durch den Klimawandel. Manche Gemüsearten kann man seit ein paar Jahren nicht mehr anbauen, dafür kommen neue dazu.

In der Hald – Fam. Wimmer (Frische Rohmilch)
Petra und Josef betreiben ihre kleine Landwirtschaft mit fünf Milchkühen seit mehr als 30 Jahren. Sie bieten ihre frische Rohmilch bei ihnen am Hof im 24-Stunden-Milchautomaten an. „Unserer Meinung nach muss man, um in der heutigen Zeit Bauer sein zu können, eine ganz große Liebe zur Natur haben und im Herzen viel Idealismus mitbringen.“ sagt Fam. Wimmer.

Peißkammergut – Fam. Ettinger (Freilandeier vom Wanderhuhn)
Michael betreibt mit seinen Eltern zwei mobile Hühnerställe. „Das ist unserer Meinung nach heute die artgerechteste und tierfreundlichste Haltungsform für Hühner“. Die Eier von seinen glücklichen Wanderhühnern kann man u.a. direkt bei ihnen am Hof in einem Selbstbedienungshäuschen kaufen.

Putz Hof – Fam. Pühringer (Wagyu Beef, Edelbrände & Fische)
Carina und Roland stehen mit ihrer Wagyu-Rinderzucht für einen bewussten Fleischkonsum. Die Rinder fressen ausschließlich eigenes Heu und das Gras der Weiden, statt Mais werden regionale Biertrebern verfüttert und auf Silage verzichten sie komplett. Diese hochwertige Futterzusammensetzung, zusammen mit guter Genetik und Tieren, die artgerecht und zufrieden aufwachsen dürfen, spiegelt sich 1:1 in der Fleischqualität wieder. Die möglichst stressfreie Schlachtung und die optimale Reifung (bis zu 4 Wochen dry aging) ergeben den einzigartigen Geschmack ihres Wagyu Beefs.

Wastlhof – Fam. Hackmair (Edelbrände, Liköre, Säfte, Most, Eier & Geflügel)
Helga und Josef erzeugen diverse Produkte aus der Obstverarbeitung, für die das Obst aus den hofeigenen Streuobstwiesen und extensivem Obstbau kommt. Josef ist diplomierter  Edelbrandsommelier und bietet am Hof kommentierte Verkostungen an. Sein Wissen und die jahrelange Erfahrung spiegeln sich in der Qualität der Produkte wieder, die jährlich diverse Prämierungen erreichen.

Quelle: Ohlsdorf Ab Hof
Bild: Soulsistakitchen, Sabine Nägele

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