Coronavirus - Schutzausrüstung und Reserven in den Spitälern dringend notwendig

Coronavirus - Schutzausrüstung und Reserven in den Spitälern dringend notwendig

Flächendeckendes Schutzmaterial in Spitälern sei notwendig, zudem müssten zukünftig mehr Reserven angelegt werden, sagt ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer

Seit heute gilt in allen Lebensmittel- und Drogeriegeschäften mit mehr als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche ein verpflichtender Mund-Nasen-Schutz. Unverständlich in diesem Zusammenhang sei, dass entsprechende Standards im Gesundheitsbereich fehlen, betont Harald Mayer, Vizepräsident und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte der Österreichischen Ärztekammer. „Warum es in Supermärkten einen Mundschutz gibt, aber nicht in Spitälern, ist nicht nachvollziehbar“, sagt er.

Gerade in den Spitälern, in denen Ärztinnen und Ärzte täglich mit einer hohen Anzahl an Patienten zu tun hätten, sei es notwendig, für den entsprechenden Schutz zu sorgen: „Die Realität zeigt uns aber leider, dass Ärztinnen und Ärzten sowie dem Pflegepersonal in den Spitälern generell Schutzausrüstung fehlt“, kritisiert Mayer: „Es ist absolut notwendig, dass wir hier endlich flächendeckend Material für das Personal und die Patienten erhalten. Wir ersuchen alle Patienten, im Spital einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, bis die Politik auch auf dieses Problem reagiert.“

Reserven notwendig

Der ÖÄK-Vizepräsident erinnert daran, dass die EU-Kommission bereits Ende Jänner allen Mitgliedstaaten Hilfe bei der Beschaffung von Schutzmasken, Testkits und Beatmungsgeräten angeboten hatte. Diese wurde von Regierungsvertretern aber explizit abgelehnt. „Bei einem Ausbruch einer neuartigen Viruserkrankung muss aber rasch reagiert werden“, betont Mayer. Es sei zudem notwendig, in den Spitälern genügend Reserven zu haben: „Ein gewisser Grundstock würde die Situation enorm entspannen.“

In Punkto Bettenkapazität stünde Österreich glücklicherweise gut da. Denn trotz internationalem Druck sei die Bettenanzahl nicht so drastisch gesenkt worden, wie in anderen Ländern. „Das kommt uns natürlich jetzt zugute. Aber es ändert nichts daran, dass wir ein gewisses Maß an Schutzmaterial vorrätig haben müssen. Die derzeitige Situation zeigt, wie notwendig es ist, rechtzeitig mehr Geld in unser Gesundheitssystem zu investieren, um auch für herausfordernde Zeiten gewappnet zu sein und nicht zu spät zu reagieren“, betont Mayer: „Wir benötigen keinen Sparkurs, sondern ausreichend Kapazitäten mit einer notwendigen Reserve an struktureller Ausstattung, an Schutzmaterial und natürlich an Personal in den Spitälern.“

Mund-Nasen-Schutz ersetzt nicht den Abstand

Der ÖÄK-Vizepräsident richtet abschließend noch ein Appell an die Bevölkerung: „Bitte vergessen Sie eines nicht: Der Mund-Nasen-Schutz ersetzt keinesfalls den notwendigen Sicherheitsabstand, denn der Abstand ist letztlich das Wesentliche, um die Verbreitung einzudämmen.“ 

Quelle: Österreichische Ärztekammer Mag. Sophie Niedenzu, MSc Öffentlichkeitsarbeit / ots  //  Fotocredit: Symbolfoto

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