Bund und Land Kärnten stärken gemeinsam die Baukultur in Österreich

Bund und Land Kärnten stärken gemeinsam die Baukultur in Österreich

LPD Kärnten /Helge Bauer..Bund und Land Kärnten stärken gemeinsam die Baukultur in Österreichgemeinsam mit Staatssekretärin Mayer Andrea, LH Peter Kaiser, LHStv.in Gaby Schaunig und LR Daniel Fellner; Haus der Architektur, Klagenfurt

Im Rahmen des heute, Dienstag, stattfindenden hochrangig besetzten Baukultur-Konvents in Klagenfurt wurden pilothafte Baukultur-Maßnahmen des Bundes und des Landes Kärnten diskutiert. Ausgangspunkt dafür sind die kürzlich fertig gestellten Baukulturellen Leitlinien des Landes Kärnten, die auf Basis der Baukulturellen Leitlinien des Bundes entwickelt wurden. Dies ist ein echter Meilenstein in der Entwicklung der Baukultur in Österreich. Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer und Landeshauptmann Peter Kaiser betonten die Relevanz des Themas für das Land Kärnten sowie für ganz Österreich und bekräftigten in einer Pressekonferenz den Willen zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit bei gemeinsamen Vorhaben zur guten und zukunftsfähigen Baukultur.

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: „Ich freue mich, dass wir in enger Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten den nächsten und wichtigen Schritt für baukulturelle Entwicklung in Österreich gehen. Die Baukulturellen Leitlinien des Bundes aus dem Jahr 2017 sind eine der wichtigsten Grundlagen für die Entwicklung der Baukultur auf allen Ebenen. Diese Bundesleitlinien brauchen jedoch die intensive Übersetzungsarbeit und die Auseinandersetzung durch die jeweiligen Gebietskörperschaften, um erfolgreich implementiert zu werden. Das Land Kärnten hat hier mit seinen Baukulturelle Leitlinien eine Vorreiterrolle für andere Bundesländer übernommen. Gute Baukultur ist gemeinsam sorgfältig gestaltete Baukultur – für dieses Committment möchte ich Landeshauptmann Peter Kaiser und dem Land Kärnten danken.“

Kaiser hob die gesellschaftliche Bedeutung von Baukultur hervor. Sie sei etwas Wesentliches und spiegle die Haltung eines Landes wider. „Mir geht es darum, dass man sich in Kärnten wohl fühlt, dass wir Städte, Gemeinden, Orte und unser Landschaftsbild so gestalten, dass es nicht nur momentan, sondern langfristig auch für unsere Kinder und Enkel attraktiv und lebenswert ist.“

Kärnten habe als erstes Bundesland Baukulturelle Leitlinien auf Landesebene umgesetzt, denn die Themen Bauen und Baukultur würden immer stärker in den Vordergrund rücken. Besonders wichtig sei in diesem Zusammenhang die baukulturelle Bildung, um ein besseres und breiteres Verständnis für dieses Thema zu schaffen. „Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Der Umgang damit ist dementsprechend auch eine Frage der Enkelverantwortlichkeit“, sagte Kaiser. Er verwies in diesem Zusammenhang auf wesentliche politische Entscheidungen, wie das kürzlich beschlossene neue Raumordnungsgesetz.

Die künftige Kooperation des Bundes mit dem Land Kärnten nimmt folgende drei Bereiche der Baukultur in den Fokus: die Stärkung der Orts- und Stadtkerne, die Abstimmung von Qualitätskriterien für die Vergabe öffentlicher Mittel und den Ausbau der Baukulturellen Bildung und Vermittlung.

Dass Baukultur ein wesentliches Thema für die Lebensqualität der Menschen ist, dringt immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die Pflege des baukulturellen Erbes, die Qualität der zeitgenössischen Architektur, die baukulturelle Bildung und Vermittlung sowie Teilhabe zählen zu wichtigen Säulen von Baukultur. In welcher Art und Weise wir mit unserer gebauten Umwelt umgehen hat maßgeblichen Einfluss auf die Bebauung und den Bodenverbrauch oder darauf, wie lebendig wir unsere Orts- und Stadtkerne gestalten: Gute Baukultur bedeutet hohe Lebensqualität. In diesem Sinne hat das Land Kärnten das Jahr 2021 zum Baukultur-Jahr ausgerufen, in dem zahlreiche Veranstaltungen und Programme über das ganze Jahr hindurch die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema weiter schärfen.

„Baukultur ist jene Kulturform, die man am unmittelbarsten erlebt, weil der Raum, den wir um uns herum formen, letztendlich auch uns formt. Deshalb ist die aktive und breite Auseinandersetzung mit Baukultur so wichtig“, erklärte Wohnbaureferentin LHStv.in Gaby Schaunig, und betonte, dass nach Erstellung der Baukulturellen Leitlinien für Kärnten das Qualitätskriterium „Baukultur“ in alle relevanten Förderschienen des Landes integriert wurde. „Mit erweiterten Sanierungsprogramme in der Wohnbauförderung wollen wir zur Erhaltung bestehender Bausubstanz beitragen. Und im gemeinnützigen Wohnbau konnten wir mit ArchitektInnenwettbewerben den Stellenwert der Baukultur deutlich heben.“

„Kärnten braucht zukunftsfähige Baukultur“, betonte Raumplanungs- und Gemeindereferent Daniel Fellner. „Zunehmende Versiegelung, ausufernde Zersiedelung, schwindende Nahversorgung, verödete Ortskerne, gesichtslose Seenverbauung betreffen jede Kärntnerin und jeden Kärntner tagtäglich. Was heute gebaut wird, begleitet uns ein Leben lang“, so Fellner. Mit den Baukulturellen Leitlinien trete Kärnten ebenso wie mit dem neuen Raumordnungsgesetz diesen Entwicklungen bewusst entgegen. „Meine Vision sind lebendige, attraktive und charmante Ortszentren im ganzen Land“, so Fellner.

Die Baukulturellen Leitlinien des Bundes wurden 2017 im Ministerrat beschlossen. Das Land Kärnten hat sich 2018 entschieden, auf dieser Basis die Baukulturellen Leitlinien für Kärnten zu entwickeln, die unter Einbindung zahlreicher Akteurinnen und Akteure auf diesem Gebiet entstanden und als weitere Konkretisierung und Fokussierung zu verstehen sind. Die Ergebnisse wurden mittlerweile durch die Landesregierung als Kollektivorgan beschlossen und darüber hinaus auch im Kärntner Landtag behandelt und mehrheitlich beschlossen.

Prozess, Inhalt und Umsetzung der abgestimmten Baukulturellen Leitlinien können als Modell für weitere Bundesländer nicht nur im Bereich Baukultur, sondern darüber hinaus für Strategien im gesamten Bereich der Kunst und Kultur dienen.

Auf Bundesebene wird derzeit der Vierte Österreichische Baukulturreport erarbeitet, der einen Etappenplan zu einer Agentur für Baukultur sowie zu einer Etablierung der Städtebauförderung für Orte und Städte vorsehen wird. Zuletzt wurde Baukultur als wichtiger Faktor in den nationalen Aufbau- und Resilienzplan der EU für Kunst und Kultur in Folge der COVID-19 – Pandemie integriert.

Quelle: Amt der Kärntner Landesregierung, Landespressedienst / ots  //  Fotocredit: LPD Kärnten/helgebauer

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